26. Mai 2026

Für eine starke Jugend- und Jugendverbandsarbeit in Rheinland-Pfalz und seinen Kommunen

Standpunkt 2026 Plus

Position des Kreisjugendrings Mayen-Koblenz e.V. zur Stärkung von Jugendverbänden, Jugendringen und Jugendarbeit in Rheinland-Pfalz und seinen Kommunen.

Mit dem Standpunkt 2026 Plus beschreibt der Kreisjugendring Mayen-Koblenz e.V., welche Rahmenbedingungen Jugend- und Jugendverbandsarbeit in Rheinland-Pfalz und seinen Kommunen braucht. Dazu gehören verlässliche Förderung, wirksame Beteiligung, starke ehrenamtliche Strukturen und politische Anerkennung. Gleichzeitig macht der Standpunkt deutlich, warum Jugendverbände und Jugendringe für Beteiligung, Demokratiebildung und junges Engagement unverzichtbar sind.

Der vollständige Standpunkt ist auf dieser Seite nachlesbar. Außerdem kann er am Ende der Seite als PDF heruntergeladen werden. Der anschließende Wortlaut entspricht dem beschlossenen Positionspapier.

Unser Standpunkt im Wortlaut

Für eine starke Jugend(verbands)arbeit in Rheinland-Pfalz und seinen Kommunen!

Positionspapier des Kreisjugendrings Mayen-Koblenz e.V.

Junge Menschen benötigen Orte, an denen sie gut aufwachsen und sich entwickeln können. Orte, an denen sie sich ausprobieren, scheitern, Neues wagen und mutig sein dürfen.

Jugendverbände sind genau solche Orte: Räume voller Möglichkeiten, Gemeinschaft, Wohlwollen, Zutrauen und Zukunft.

Hier finden junge Menschen ihren Standpunkt im Leben. Sie entwickeln Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit, entdecken Talente und erleben, was es heißt, sich solidarisch für andere einzusetzen. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen auszuhandeln und demokratische Strukturen mitzugestalten.

Jugendverbände sind mehr als Freizeitangebote. Sie sind Lebens- und Erfahrungsräume und Werkstätten unserer demokratischen Kultur.

Damit das so bleibt, brauchen Jugendverbände und Jugendringe starke Rahmenbedingungen. Wir brauchen Planungssicherheit, verlässliche Strukturen und eine Finanzierung, die den tatsächlichen Bedarf abbildet: nachhaltig, wirksam und über alle Ebenen hinweg.

Das gilt von der Landespolitik bis in die Städte, Landkreise, Verbandsgemeinden und Ortsgemeinden. Wer eine engagierte, mutige und selbstbestimmte Jugend will, muss Jugendverbände, junge Menschen und Kinder stärken.

Der Kreisjugendring Mayen-Koblenz und seine Mitgliedsverbände stehen für eine Jugend, die mitgestaltet, statt zuzuschauen; die Verantwortung übernimmt, statt wegzusehen; die Zukunft baut, statt sie dem Zufall zu überlassen.

Starke Verbände. Starke Jugend. Starke Zukunft für Rheinland-Pfalz auf allen Ebenen.

Daraus ergeben sich klare Erwartungen an Landespolitik und Kommunen:

1. Eine wirksame Beteiligung und eigenständige Jugendpolitik

Junge Menschen müssen bei Entscheidungen, die sie betreffen, wirksam eingebunden werden. Wir befürworten einen dezentralen Ansatz der Beteiligung, der Kinder und Jugendliche an ihren jeweiligen Lebensorten einbezieht: in Gemeinden, Kirchengemeinden, Schulen, Jugendverbänden, Gruppen und Angeboten der Jugendarbeit.

Kinder und Jugendliche sind Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt. Ihre Perspektiven müssen gehört, ernst genommen und in politische sowie kommunale Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

2. Eine angemessene Förderung der Träger der Jugend(verbands)arbeit

Der Kinder- und Jugendplan des Landes sowie die kommunalen Förderinstrumente müssen bedarfsgerecht ausgestattet und regelmäßig dynamisch angepasst werden. Nur so können Jugendverbände und andere Träger der Jugendarbeit ihre Arbeit langfristig sichern und weiterentwickeln.

Jugend(verbands)arbeit braucht verlässliche Förderung, die tatsächliche Kostensteigerungen, neue Anforderungen und gewachsene Aufgaben berücksichtigt.

3. Eine Stärkung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements

Jugend(verbands)arbeit lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Dieses Engagement braucht eine bessere finanzielle Ausstattung, vereinfachte Rahmenbedingungen und mehr praktische Unterstützung.

Dazu gehören insbesondere höhere Pauschalen, steuerliche Entlastungen, weniger Bürokratie, rechtliche Gleichstellung, gute Absicherung durch Sonderurlaub und Versicherungen sowie eine gezielte Nachwuchsförderung.

Ehrenamtlich Tätigen dürfen durch ihr Engagement keine zusätzlichen Kosten entstehen. Sie bringen bereits Zeit, Verantwortung, Erfahrung und Können ein.

4. Eine Stärkung jungen Engagements

Freiwilliges Engagement junger Menschen muss gezielt gestärkt werden. Dafür braucht es gute Information, Qualifizierung, Begleitung und Beratung sowie verlässliche Strukturen und gut erreichbare Ansprechpersonen.

Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und ihre Interessen vertreten können.

5. Eine Stärkung der Demokratie und der politischen Bildung

Jugend(verbands)arbeit ist ein zentraler Ort demokratischer Bildung und politischer Erfahrung. Hier erleben junge Menschen, dass Mitbestimmung, Aushandlung, Verantwortung und Beteiligung nicht abstrakt bleiben, sondern konkret erfahrbar werden.

Der Einsatz für eine vielfältige Gesellschaft ohne Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus ist dafür unverzichtbar. Jugendverbände und Jugendringe leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zum sozialen Frieden.

Ohne starke Jugendstrukturen ist eine demokratische, streitbare und verantwortungsvolle Jugendarbeit nicht möglich. Dafür braucht es Dialog, gemeinsame Initiativen, verlässliche Partnerschaften und die verantwortliche Einbindung der relevanten Organisationen, Träger und politischen Ebenen.

Unser Fazit

Eine starke Jugend(verbands)arbeit ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, unseres Landes und unserer Kommunen in Rheinland-Pfalz.

Von guter Jugend(verbands)arbeit profitieren wir alle. Sie muss ermöglicht, erlebt und erfahren werden.

Deshalb setzen wir uns ein für eine starke Jugend(verbands)arbeit in Rheinland-Pfalz und in den Kommunen.

Starke Jugend(verbands)arbeit. Starke Zukunft.

Was Jugend(verbands)arbeit für uns bedeutet

Jugend(verbands)arbeit bezeichnet für uns die selbstorganisierte und freiwillige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Jugendverbänden, Gruppen und Initiativen. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, sich aktiv in gesellschaftliche Prozesse einzubringen und ihre Interessen zu vertreten. Kinder und Jugendliche werden dabei als handelnde Subjekte verstanden, die ihre Lebenswelten aktiv mitgestalten.

Beschluss
Beschlossen und verabschiedet vom Vorstand des Kreisjugendringes Mayen-Koblenz am 09.05.2026.

Download als PDF

Den Standpunkt 2026 Plus als PDF herunterladen.

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